DER SPORT
Berittenes Bogenschießen (Bogenschießen vom Pferd)
Die Steppenreiter e.V. - Vereinigung berittener Bogenschützen trägt im Rahmen der Deutschen Meisterschaft zwei Wettkampfarten aus. Zum einen die koreanische Variante, die dem seit ca. 600 Jahren gepflegten
Japanischen Yabusame ähnlich ist und die vor etwa 20 Jahren entwickelte ungarische
Variante.
Im Yabusame gilt es
vor allem die Tradition des "bajutsu" zu wahren. Die Turniere
werden in historisch authentischen Kostümen, sowie Pfeil und Bogen
abgehalten. Yabusame hat dabei weniger Wettkampfcharakter, sondern dient
der Wahrung religiöser, schintoistischer Belange. Die Distanz beim
Yabusame zum Ziel ist etwa 4,5m. Es wird nur zur Seite geschossen. Es
wird wie im Kyudo mit Daumenrelease geschossen.
Die koreanische Variante ist darauf ausgelegt, auf schnellen Ritten präzise Schüsse in nur einem Versuch abzugeben. Während der ungarische Wettkampf eher eine Ausdauerleistung abruft, stellen die koreanischen Varianten die Sprintdisziplinen des berittenen Bogenschießens dar, die eine schnelle, punktgenaue Konzentration auf den jeweils abzugebenden Schuss (ohne zweite Chance) erfordern. Sie sind sowohl im Hinblick auf das Ziehen der Pfeile vor dem Schuss, wobei hier die Daumentechnik im Vorteil ist, als auch hinsichtlich des Fehlens von Korrekturschüssen einer realen jagdlichen Situation nachempfunden. Bei den koreanischen Disziplinen werden für jeden Wertungsgalopp ganz unterschiedliche Ziel- Parcours aufgebaut, die im Sinne einer Hunter-Runde mit je nur einem Pfeil pro Ziel beschossen werden dürfen.
Diese Art des Wettkampfes eignet sich sehr gut für Anfänger des berittenen Bogenschießens.
Bei der ungarischen
Variante des berittenen Bogenschießens kann sich die Leistung des berittenen Bogenschützen über mehrere Durchläufe/Galopps entfalten. Die geförderte Ausdauer von Pferd und Reiter sind neben der Möglichkeit schlechte Schüsse/Treffer durch weitere Schüsse auszugleichen, die typischen Merkmale dieser Wettkampfart. Beim ungarischen Wettkampf werden, wie beim koreanischen Wettkampf, Bögen benutzt, die alten Vorlagen entsprechen sollen. Aber sowohl beim Material der Bögen
als auch bei den Pfeilen ist die Verwendung moderner Stoffe zulässig.
Die verwendeten Bögen müssen steife Bogenenden aufweisen, dürfen
keine Schussfenster und Pfeilauflagen haben. Die Distanz variiert zwischen
maximal 46m und minimal 9m, wobei während einer festgelegten Zeit
möglichst viele Pfeile sowohl nach Vorne, zur Seite und nach Hinten
geschossen werden. Es wird sowohl mit mediterranem als auch dem Daumenrelease
geschossen.
Daneben
gibt es eine Vielzahl sportlicher Betätigungsmöglichkeiten
mit Pferd und Bogen. Beim alttürkische Qabaq-Spiel zum Beispiel schossen die Reiterbogner im Galopp senkrecht nach
oben auf ein kleines Ziel in acht bis zehn Metern Höhe. |
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Mogu
Bei dieser Wettkampfform wird ein ca. ø 60cm großer Ball an einer
5m langen Leine hinter einem Pferd hergezogen. Zwei, oder vier Reiter jagen hinterher und versuchen mit Bluntpfeilen den Ball zu treffen.

Das Mogu-Spiel stammt aus Korea und diente dort als Jagd-Training auf bewegliche Zeile. Die durch das Training verbesserte Treffsicherheit förderte den Jagderfolg, das fliehende Wild wurde rasch erlegt. Außerdem erhöhte die verbesserte Handhabung des Bogens die Überlebenschancen des berittenen Bogenschützen im Kriegsfall.
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Reiten durch
den
3-D-Jagdparcours ist ebenso denkbar wie Reiterspiele,
bei denen gegnerische Luftballons per gezieltem Schuß "erledigt"
werden müssen oder freihändig nur mit Gewichtshilfen
und Stimmkommandos das Pferd möglichst schnell durch einen
Parcours gelenkt werden muss, auf dem Ziele auf den Schützen
warten. Reitende Bogenschützen sind inzwischen nicht mehr
nur die inzwischen bekannten Reiterbogner nach ungarischem Vorbild,
sondern Indianer und Reenactmentdarsteller ebenso wie historisch Interessierte oder schlichtweg bogenschießende
Reiter. Diese Vielfalt und das Zusammen-
wachsen der unterschiedlichen
Interessengruppen belebt diesen jungen Sport zu dem was er ist:
-> eine Faszination für den teilnehmenden Bogenreiter und auch für den Zuschauer. |